C-Ausbildung

 

Was ist die C-Ausbildung?

Die C-Ausbildung ist unser umfangreichstes Ausbildungsangebot und bietet die Möglichkeit sich innerhalb von zwei bis drei Jahren zum nebenamtlichen Kirchenmusiker/Kirchenmusikerin ausbilden zu lassen. Der Unterricht besteht aus den Fächern:
 
  • Orgelliteraturspiel
  • Liturgisches Orgelspiel
  • Orgelbaukunde
  • Chorleitung
  • Liturgik
  • Singen und Sprechen
  • Deutscher Liturgiegesang
  • Gregorianischer Choral
  • Klavierspiel
  • Tonsatz
  • Gehörbildung
  • Chorpraktisches Klavierspiel
  • Musikgeschichte
Wichtig: Der Unterricht findet bei den Bezirkskantorinnen und Bezirkskantoren statt. Ausbildungsbeginn ist immer der 1. Dezember. Die Anmeldung sollte daher zwischen September und Oktober beim zuständigen Bezirkskantorat erfolgen.
 
 

 

 

Was muss man für die C-Ausbildung bereits können?

 
In einem kurzen 10-minütigen Eignungstest soll die grundsätzliche Eignung zur C-Ausbildung nachgewiesen werden. Neben einem Gespräch mit Ihrem zuständigen Bezirkskantor/Bezirkskantorin werden folgende Anforderungen gestellt:
 
  • Klavierspiel: Zwei Stücke im Schwierigkeitsgrad der zweistimmigen Invention von J. S. Bach und leichter Sonaten/Sonatinen der Wiener Klassik
  • Gehörbildung: Hören und Singen von Intervallen, Unterscheidung von Dur- und Moll- Dreiklängen, Nachklatschen von Rhythmen
  • Gesang: Vortrag eines selbstgewählten Kirchen- oder Volksliedes
  • Musiktheorie: Grundkenntnisse
Keine Angst! Es geht wirklich nur um einfache Aufgaben und um ein erstes Kennenlernen. Über die Aufnahme in die C-Ausbildung entscheidet der/die Bezirkskantor/in.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Bei entsprechender Vorbildung gelingt ein erfolgreicher Abschluss auch nach 2 Jahren. In begründeten Ausnahmefällen kann die Ausbildung auch auf 4 Jahre verlängert werden. 
 

Formen des Unterrichts

Die C-Ausbildung findet in vielfältigen Unterrichtsformaten statt. Sie können darüber hinaus durch Ihre Lehrer ständig Ratschläge erhalten: Übe-Tipps, Hinweise zu einem der Fachgebiete, Schritte bei der Vorbereitung Ihrer ersten Gehversuche an der Orgel in einem Gottesdienst oder vor dem Chor usw. Überhaupt werden Sie merken, dass während Ihrer Ausbildung eine Zusammenarbeit beginnt, die erfahrungsgemäß oft noch lange nach der C-Prüfung weiter besteht. Die einzelnen Fächer werden folgendermaßen unterrichtet:
 
  • Einzelunterricht im Bezirkskantorat: Orgelliteraturspiel, Liturgisches Orgelspiel, Stimmbildung
  • Gruppenunterricht im Bezirkskantorat: Chorleitung, Tonsatz, Gehörbildung, Chorpraktisches Klavierspiel, Prüfungsvorbereitung
  • Intensivkurse: Chorleitung, Singen und Sprechen, Liturgik, Gregorianik, Deutsche Liturgiegesang, Musikgeschichte
  • projektweise in den Bezirkskantoraten: Orgelkunde, Chorleitung, und chorische Stimmbildung
 
 

Quelle: J. Hollaender

Intensivkurse zur C-Ausbildung

Zweimal im Jahr treffen sich alle Schüler/innen der C-Ausbildung in der Erzdiözese Freiburg zu einem zentralen einwöchigen Kurs.
 
  • Anfang Januar: Haus Insel Reichenau
  • Erste Woche der Sommerferien (Baden-Württemberg): Bildungshaus St. Bernhard Rastatt.
 
Diese "Intensivkurse zur C-Ausbildung" sind von zentraler Bedeutung für das Ausbildungsprogramm und sollten nur in begründeten Ausnahmefällen nicht besucht werden. Bei den Intensivkursen lernen Sie Ihre vielen Kolleginnen und Kollegen kennen, die wie Sie diese Ausbildung durchlaufen. Auch nehmen Sie Abstand vom üblichen Alltagsleben und können sich während dieser "Sonderwoche" ganz ungestört und ausschließlich den vielfältigen Formen der Kirchenmusik widmen. Schwerpunkt der Intensivkurswochen ist die Chorleitung, die gruppenweise für Anfänger, Fort­geschrittene und Examenskandidaten/kandidatinnen angeboten wird. Einige Fächer werden nur während dieser Intensivkurse angeboten: Liturgik, Gregorianischer Choral, Deutscher Liturgiegesang, Musikgeschichte. Wir unterrichten diese Fächer in einem Kurssystem. Jedes Fach teilt sich in vier Einheiten (Kurs I, Kurs II, Kurs III, Kurs IV). Frühestens nach einmaligem Besuch aller vier Kurse I, II, III, IV sind Sie für die Prüfung im betreffenden Fach vorbereitet.
 
Schließlich feiern wir auf den Intensivkursen zahlreiche Gottesdienste, vor allem die "Tagzeiten" des Stundengebets. So können die überlieferten Formen unserer Liturgie in ihrer Vielfalt musikalisch erlebt und in den Gemeinden vor Ort weitergegeben und gestärkt werden. 
 

 
Sie können die Prüfung in mehreren Teilen ablegen, d. h. Sie melden sich Jahr für Jahr in den Fächern zur Prüfung, in denen Sie sich „prüfungsreif“ fühlen. Damit vermeiden Sie eine Belastung durch zu viele Prüfungen. Lassen Sie sich bei diesem Prozess unbedingt durch Ihre Bezirkskantorin/Ihren Bezirkskantor beraten. Selbstverständlich ist auch eine Gesamtprüfung möglich. Und: Falls die Voraussetzungen gegeben sind, können Sie sich sogar als Externe/r (über das zuständige Bezirkskantorat) bei den allgemeinen Terminen zur Prüfung anmelden.
Wir prüfen praxisnah, freundlich und menschlich. Wenn Sie fleißig sind und unsere Hilfen und Vorschläge annehmen, werden sie bestimmt bestehen!
Folgende Prüfungen sind zu absolvieren (Zusammenfassung, ausführlich in der Prüfungsordnung):
 
  • Liturgik (mündlich, 15 Minuten) Sie werden gefragt nach Aufbau von Kirchenjahr, Eucharistiefeier und Stundengebet sowie zum Sinn einzelner liturgischer Gegebenheiten. Wenn Sie das Gotteslob mit seinen zahlreichen Hinweisen und Formen kennen (und dazu aus eigenem Erleben!), sind Sie gut vorbereitet.
  • Singen und Sprechen (mündlich, 15 Minuten) Sie singen ein Lied (aus dem Gotteslob oder ein geistliches Lied) und tragen eine Lesung vor. Beide Aufgaben wählen Sie selbst. Anschließend werden Sie befragt zum Atem- und Stimmapparat, zur Aussprache, zum Einsingen mit dem Chor und zur musikalischen Arbeit mit Kindern.
  • Gregorianischer Choral (mündlich, 15 Minuten) Hier erhalten Sie 6 Wochen vor Ihrer Prüfung einen einfachen Gesang zur Vorbereitung, den Sie vorsingen und erläutern. Anschließend einige Fragen zu gregorianischen Noten (Neumen) und Notation, zu Formen und Geschichte. Am Schluss Vom-Blatt-Singen eines einfachen Gesangs.
  • Deutscher Liturgiegesang (mündlich, 10 Minuten) Zur Vorbereitung (ebenfalls 6 Wochen vor Ihrer Prüfung) wird Ihnen ein Antwortpsalm aus dem Kantorenbuch gegeben. Zudem: Vom Blatt singen eines eingerichteten Psalms aus dem Gotteslob. Sie geben Auskunft über die verschiedenen Formen und Möglichkeiten deutsch-sprachigen Singens in der Liturgie.
  • Chorleitung (30 Minuten) Ihre Examensprobe besteht aus drei Aufgaben: Zunächst Dirigieren eines dem Chor bekannten Werkes (mit vielen Einsätzen); dann Einstudierung eines neuen, vierstimmigen Werks (Liedsatz). Abschließend Einstudierung eines einstimmigen Gesangs.
  • Liturgisches Orgelspiel (10 Minuten) Hier bereiten Sie ein Lied aus dem Gotteslob mit unterschiedlichen Formen vor. (Vor-, Zwischen-, Nachspiel, Begleitsatz auf einem Manual und auf zwei Manualen). Als zweite Aufgabe erhalten Sie ein Gotteslob-Lied (leichter Satz), zu dem Sie ein kurzes Vorspiel erfinden und dessen Begleitsatz Sie vom Blatt spielen.
  • Orgelliteraturspiel (20 Minuten) Während Ihrer Ausbildung müssen Sie mindestens 18 Werke erarbeiten. Zur Prüfung wählen Sie davon zwei aus, ein drittes wird Ihnen gegeben. Insgesamt müssen auch drei unterschiedliche Epochen berücksichtigt werden, und die Dauer der Prüfung ist zu beachten.
  • Klavierspiel (10 Minuten) Hier sind die Anforderungen mit denen der Aufnahmeprüfung identisch.
  • Tonsatz (mündlich, 15 Minuten – schriftlich, 75 Minuten) In der mündlichen Prüfung spielen Sie zunächst verschiedene Kadenzen und finden die Harmonien zu einem einfachen Lied aus dem Gotteslob wie zu einem einfachen Generalbass. Danach wird ihnen ein vierstimmiger Satz vorgelegt, den Sie in den Akkorden analysieren. Schriftlich verlangen wir das Schreiben eines vierstimmigen Satzes (Klausur).
  • Gehörbildung (mündlich, 10 Minuten – schriftlich, 60 Minuten) Mündlich bestimmen Sie eine Reihe gegebener Intervalle und Akkorde. Sie klatschen Rhythmen nach und können von der Stimmgabel die Töne in einem Chorsatz angeben. Abschließend singen Sie eine Chorstimme Ihrer Stimmlage vom Blatt.
    In der schriftlichen Prüfung (Klausur) erhalten Sie 3 Diktate: rhythmisch = einstimmig; polyphon = zweistimmig; akkordisch = vierstimmig (Akkordfolge muss als solche bestimmt, aber nicht tonlich niedergeschrieben werden).
  • Chorpraktisches Klavierspiel (10 Minuten) Zu spielen sind die im Fach Chorleitung aufgegebenen Kompositionen; außerdem eine leichte vierstimmige Chorpartitur in modernen Schlüsseln. Zudem muss ein einfaches Lied des Neuen Geistlichen Liedes nach Akkordsymbolen harmonisiert werden können (vorbereitet).
  • Musikgeschichte (mündlich, 10 Minuten) Grundkenntnisse der Kirchenmusikgeschichte. Nähere Kenntnis eines "Spezialgebietes" Ihrer Wahl.
  • Orgelkunde (mündlich, 10 Minuten) Grundkenntnisse vom Aufbau der Orgel, Registerkunde, theoretische Kenntnisse vom Stimmen der Zungenregister

 
 

Neben Ihrem speziellen Material (z. B. den Orgelnoten) gibt es einige allgemein übliche Unterlagen, die wir hier kurz zusammenstellen wollen:
 
  • Gotteslob mit ergänzenden Veröffentlichungen (Orgelbuch, Kantorenbuch, einstimmiges Chorbuch, Hallelujabuch, Münchener Kantorale)
  • Basiswissen Kirchenmusik  Ein ökumenisches Lehr- und Lernbuch in vier Bänden mit DVD und Registerband zur Grundausbildung und Berufsbegleitung evangelischer und katholischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker. Im Auftrag der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Ausbildungsstätten für katholische Kirchenmusik in Deutschland und der Direktorenkonferenz für Kirchenmusik in der Evangelischen Kirche in Deutschland hg. von Hans-Jürgen Kaiser und Barbara Lange. Carus Verlag 2009.
  • Freiburger Chorbuch 1+2 (Carus-Verlag Stuttgart)
  • Freiburger Orgelbuch 1+2 (Carus-Verlag, Stuttgart)
  • Lebendige Liturgie (hrsg. von der Diözese Mainz)
  • Gregorianische Gesänge (hrsg. von Godehard Joppich)
  • Unterrichtshefte zu einzelnen Fächern (z. B. Gregorianik, Tonsatz, Dt. Liturgiegesang, Stimmbildung u. a. m.).
 

Die Anmeldefrist zur Prüfung ist der 15. Juni. Wichtig: Die Anmeldung zur C-Prüfung ist nur über die Bezirkskantorate an das Amt für Kir­chen­musik möglich; Auch die Einreichung der Orgel- und Klavierlisten erfolgt nur über die Bezirkskantorate an das Amt für Kirchenmusik. Die Aufgaben in den Fächern Gregorianischer Choral, Deutscher Liturgiegesang, Chorleitung, Orgelliteraturspiel (= drittes Werk) und Chorpraktisches Klavierspiel werden Ihnen spätestens 6 Wochen vor dem Prüfungstermin schriftlich mitgeteilt. Die C-Prüfungen werden in den Monaten Oktober und November durchgeführt.
 

Das Unterrichtsentgelt beträgt derzeit monatlich 56,- Euro während der gesamten Ausbildungszeit.
Dieses Entgelt deckt aber nur einen Teil der Ausbildungskosten ab. Infolgedessen besteht kein Anspruch auf eine bestimmte Anzahl von Ausbildungsstunden, obwohl diese im Prinzip regelmäßig stattfinden.
Die Unterrichtsentgelte werden monatlich per SEPA-Last­schrif­tverfahren - über die Bistumskasse - durch das Amt für Kirchenmusik eingezogen. Bei Bezahlung durch Einzelüberweisung oder mittels Dauerauftrag müssen wir eine Gebühr von 2,- Euro erheben (das monatliche Unterrichtsentgelt beträgt dann also 58,- Euro).
Für Ihre Teilnahme an zentralen Kursen (s. o. "Intensivkurse zur C-Ausbildung") wird ein gesondertes Teilnehmerentgelt für Unterkunft/Verpflegung erhoben (ab ca. EUR 200,-), wohingegen der dortige Unterricht in den monatlichen Zahlungen bereits enthalten ist.
Für die C-Prüfung wird einmalig der Beitrag eines monatlichen Unterrichtsentgelts (z. Zt. 56,- bzw. 58,- Euro) erhoben. Anfahrt und Lernmittelkosten übernehmen die Kursteilnehmer. Während sich die Fahrtkosten nach den örtlichen Gegebenheiten richten und daher hier nicht benannt werden können, handelt es sich bei den Lernmitteln (s. o.) nur um die notwendigen Standardwerke oder -noten.
Die übrigen Materialien für den Unterricht stellt das Amt für Kirchenmusik  kostenlos zur Verfügung ("Unterrichtshefte").
 
Stand Juni 2025
 
 

Möchte sich ein C-Schüler oder eine C-Schülerin in nur einem Teilbereich (Chorleitung oder Orgel) ausbilden lassen, so kann er/sie sich nach dem ersten Jahr der allgemeinen C-Ausbildung spezialisieren, was eine geringere Anzahl an Unterrichtsfächern zur Folge hat. Statt der Gesamtprüfung werden nur die Teilprüfungen im entsprechenden Hauptfach (Chorleitung oder Orgel) und den dazugehörigen Fächern abgelegt.

Abschluss

Kirchenmusikalische C-Prüfung im Teilbereich; Befähigung als nebenberufliche/r Chorleiter/in oder Organist/in in einer kath. Kirchengemeinde.
  
Bezirkskantor Rahn spielt die Orgel auf dem Intensivkurs der C-Ausbildung
Sängerinnen und Sänger singen im Chorleitungskurs
Eine Sängering singt im Chor des Intensivkurses zur C-Ausbildung